Monatsspruch September

„Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.“ Hag 1,6

Wie gewonnen, so zerronnen. Das ist das Erste, was mir zu diesem Monatsspruch aus dem Buch des Propheten Haggai einfällt.

Kennen tut das wohl jede*r. Und es ist manchmal entsetzlich frustrierend, wenn alles menschliche Planen und Bemühen, alle Vorsorge und weitsichtige Strategie am Ende nicht belohnt werden, wie vor Kurzem noch die Flutkatastrophe in der Eifel und der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan wieder einmal gezeigt haben.

Im Gegenteil: „Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.“

Haggai sieht dies im Zusammenhang mit der Wiedererrichtung des Tempels in Jerusalem, um den sich die wieder ins Land gekommenen Israeliten nicht wirklich kümmern, obwohl der Perserkönig Kyros II. den Wiederaufbau schon vor 19 Jahren (539 v. Chr.) angeordnet hat.

Die Menschen kümmern sich nur um das Nächstliegende – um die Ernte, um Essen und Trinken, Kleidung und Einkommen. Aber all dies ist umsonst, solange nicht wieder an Gottes Haus gebaut wird. Das ist die Botschaft von Haggai, die er in Gottes Auftrag verkündet.

„Nun, so spricht der Herr Zebaoth: Achtet doch darauf, wie es euch geht: Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.“

Manchmal gibt es eben Wichtigeres als den eigenen Lebensfortschritt, das Kümmern um das eigene, konkreteWohlergehen. Es gibt gemeinschaftliche Ziele für die es sich lohnt einzutreten, ja zu kämpfen. Darauf liegt dann auch Gottes Segen, sagt Haggai, nicht immer auf dem Nächstliegenden.

Das Erleben wir ja gerade auch im Bundestagswahlkampf, wo es um viele wichtige Ziele für unsere Zukunft und die unserer Kinder geht. Da ist die Mahnung von Haggai auf einmal ganz aktuell: „Achtet doch darauf, wie es euch geht“ – oder nach einer anderen Übersetzung: „Besinnt euch auf eure Wege!“

Ich finde, das ist eine gute Idee und zur Nachahmung empfohlen – nicht nur in Zeiten des Wählens, damit unser Tun (und Lassen) in Gottes Sinne und nicht vergeblich ist.

Bleibt/Bleiben Sie gesund und Gott befohlen.

Ihr/Euer Wolfram Gauhl



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